Gut 60 km an einem Wochenende

oder

Wir fahren durch Berlin

 
   
Ein sehr schönes Wochenende liegt nun hinter uns und es ist schwer nicht in Superlative zu verfallen.

Gehen wir daher einfach chronologisch vor mit dem Eintreffen unserer auswärtigen Mitglieder Bb. Busch, Bb. von Starck und Bb. Wochele verstärkt durch Frieder Busch, der ja uns ja schon auf einigen Wanderfahrten begleitet hat. Unsere Kameraden aus dem Wesergebiet hatten die glücklichere Abfahrtszeit gewählt, sie kamen ohne nennenswerten Stau glatt nach Berlin. Ein warmes Bootshaus empfing die Beiden und natürlichein Bier zur Erfrischung nach der Fahrt . Ein Anruf unserer anderen anreisenden Bb.s aus einem Stau bei Göttingen signalisierte uns, wir warten auf sie lieber beim Griechen an der Freybrücke. Der Abend wurde dann so lang, dass auch unsere beiden Stau geschädigten genug Zeit zum Erholen, Essen und Trinken in grösserem Kreis fanden. Der Auftakt war gelungen, alle Termine für den morgigen Start abgesprochen.

Samstag früh: unser erster Blick zum Himmel - aufgelockert, wenig Wolken und es sieht nicht nach Regen aus. Start um 10 Uhr mit drei Booten, zwei Vierern und einem Zweier ohne. Wir fahren auf dem direkten Kurs gen Neukölln, d.h. 27 km auf Havel, Spree, Landwehrkanal, Neuköllner Schifffahrtskanal und ein kurzes Stück auf dem Teltowkanal. Je weiter wir uns unserem Ziel nähern desto blauer wird der Himmel, fast Frühlingstemperaturen lassen die Fahrt zu einem Vergnügen werden. Die Bootsmannschaften sind kräftemässig gleich eingeteilt so prescht kein Boot voran und bis zum Urbanhafen sind alle dicht beisammen. Ein Vierer und der Zweier vertreten sich die Füsse, strecken das Kreuz. Zeit, die bisherige Fahrt bei einer Erfrischung zu analysieren. Viel ist es ja nicht und schnell ist man bei den Erinnerungen der letzten Fahrten. Und wirklich, einmal davon abgesehen, dass ein Vierer fast die Berufsschifffahrt zum Erliegen gebracht hat und der Zweier durch Übereifer kurzzeitig die Schleuse im Britzer Hafen ausser Betrieb setzte, ist nur Positives zu vermelden. Alle kamen guter Laune bei der RG Wiking an. Obligatorisch die Suppe mit Wurst, Bouletten mit Brötchen und natürlich das Bier nach oder/und vor dem Duschen. Teils per Auto, teils per BVG macht man sich dann irgendwann auf in Richtung Bootshaus.

Sonntag früh: unglaublich, auch heute meint Petrus gut es mit uns. Milde Temperaturen und blauer Himmel, ideales Ruderwetter. Also auf gen Neukölln, drei Autos setzen sich in Bewegung. Die Mannschaften sind bis auf einen Wechsel identisch mit der gestrigen Einteilung und damit eingefahren. Nur über die Strecke gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Möglich sind ja schliesslich drei Varianten: zurück wie gestern (1 Vierer und der Zweier), Teltowkanal - Spree mit Stadtdurchfahrt (1 Vierer) oder die langweilige Fahrt über den Teltowkanal in Richtung Wannsee. Die letzte Variante wird von keiner Mannschaft erwogen. Das Einsetzen geht auch zügig voran, es stehen zwei Steganlagen zur Verfügung. Doch erstens kommt es anders als man denkt, die kurze Variante scheitert an der Schleuse im Hafen, alles Bemühen führt zu keinem Ergebnis: die Schleusentore bleiben zu!!! So fahren dann Fasolt und Gungnir auch über den Teltowkanal zur Spree, der Grane hinterher. Beide Vierer fahren dann auch durchs Regierungsviertel, wahrscheinlich um das Gerücht zu überprüfen Frau Merkel würde die Ruderer im Bikini begrüssen. Es war wohl nicht unbedingt eine Enttäuschung, dass das nur ein Gerücht blieb. Aber die Durchfahrt durch unsere schöne Stadt mit den imposanten Regierungsbauten, den anderen Sehenswürdigkeiten wurde zu einer bleibenden Erinnerung an die diesjährige Sternfahrt zum RG Wiking. Nur der Zweier musste durch die Oberschleuse und dann auch noch durch die Tiergartenschleuse, über den Landwehrkanal. Polizeiliche Vorschriften verboten ein Durchfahren der Stadt mit einem ungesteuerten Boot, will sagen einem Boot ohne einen Steuermann.

Hätten wir uns verabredet, hätte es sicher nicht so gut geklappt. Der Zweier bog gerade in die Spree ein und sah dann die Grane vor sich und den Fasolt hinter sich. Trotz getrennter Wege wurde dann also die letzte Schleusung und der Rest der Tour gemeinsam absolviert. Mit dem Säubern der Boote fand dann eine sehr harmonische Wanderfahrt ein Ende. Unsere Auswärtigen machten sich auf den Weg, wir beneideten sie nicht um die noch weite Fahrt nach Hause, hatten ja doch die an den beiden Tagen geruderten Kilometer einige Spuren hinterlassen. Unser Ruderwart kann seiner Statistik über 700 Mannschaftskilometer dazufügen. Ein Dank an alle Beteiligten für diese wunderschöne Fahrt, allen die nicht dabei waren der Rat: plant dieses Ereignis für das nächste Jahr im Oktober ein. Es lohnt sich!!!

Bernd Krüger, Oktober 2006