Hallo Freunde,

seit vielen, vielen Jahren, so vielen dass ich gar nicht mehr weiss wie vielen, folgt die ARG immer Anfang Oktober der Einladung der RG Wiking nach Neukölln.

Nun ist ja der Oktober (vom goldenen in Weingebieten abgesehen) nicht unbedingt mehr der Monat, in dem man an zwei aufeinander folgenden Tagen sich ins Ruderboot setzt und mindestens 27 km mit 3 Schleusen, quer durch Berlin, zurücklegt. Der Variationen sind seit 1990 ja einige. Eine Möglichkeit besteht in der Fahrt durch das Zentrum von Berlin, oder über Lohmühlenschleuse und Spree zu Wiking, die längste ist die Fahrt über den Teltowkanal, Wannsee zurück ins kleine Bootshaus am Ostufer der Havel – nach Spandau.

Und immer wieder ist schon Wochen davor das bestimmende Thema im Bootshaus: wie wird das Wetter? Ganzkörper-Regenkleidung, leichte Jacke, dicker Pullover, kurze Hosen, lange Hosen, usw.

Aber sicher wollt Ihr hier ein paar Bemerkungen über die diesjährige Fahrt, na bitte:

Samstag, 4. Okt 2003 – Petrus hat Nieselregen beschlossen, trotzdem kommen alle BbBb, die sich vorher zur Wiking-Fahrt angemeldet hatten, keine Ausfälle. Ausfall dann aber beim „Kvasir“: Stemmbrett ist auf die Schnelle nicht zu reparieren. Also umgeplant und neu eingeteilt: es fahren im „Fasolt“ die BbBb Möbius, Schramm, Hase, Metz und Heidenreich; im „Skidbladnir“ die BbBb Schultz, von Stark, Wittjen, Jäh und Weber; im „Gungnir“ die BbBb Scheer und Krüger.

Bereits nach einem Kilometer, kurz vorm Bootshaus der BRG können wir dann die Regenjacken ausziehen und das bleibt dann so, von einigen kurzen leichten Nieselregen abgesehen (Jacke an, kurz danach wieder aus), bis wir bei Wiking mit unseren Boote am Steg anlegen. Die Zeit dazwischen verlief, wie so viele Fahrten die Jahre davor: Warten vor den Schleusen (diesmal nicht so lange wie sonst gewohnt), Einkehr auf dem schwimmenden Restaurant im Urbanhafen (diesmal auch zum Aufwärmen und um die Hinterteile zu lüften), Weiterfahrt auf dem kürzesten Weg zu Wiking: über den Neuköllner Schiffahrtskanal und zur Schleuse Neukölln. Und genau da gab es dann ein Problem: das Schleusentor blieb zu, die Selbstbedienungsmechanik versagte. Ein Achter und unsere beiden Vierer, später dann noch einige andere Boote, standen vor geschlossenem Tor, der Zweier natürlich auch. Der aber nicht lange, kurz entschlossen das Hindernis nicht einfach so hinzunehmen wurden die Skulls und das Gepäck am Steg deponiert, das leichte Boot rausgenommen und in der Schleusenkammer wieder eingesetzt – Ätsch wir waren die ersten bei Wiking. Erst als wir beide schon geduscht waren, das erste Bier getrunken war und der Magen mit Brötchen und Bockwurst beruhigt wurde, kamen dann unsere beiden Vierer an. Danke Ruderwart, dass ich in dieses Boot eingeteilt wurde. Wie immer wurde dann noch diskutiert, wurden Witze gemacht, Ruderkameraden anderer Vereine begrüsst und irgendwann ging es dann mit der BVG in Richtung heimtliche Gefilde. 27 km für jedes Boot und jeden Ruderer konnte der Ruderwart notieren.

Sonntag, 5. Oktober 2003 – Hochnebel der bald einen blauen Himmel ohne Wolken freigab – 5 Grad C als wir in die Boote stiegen – da war es 9 Uhr. Noch kein Gedränge am Steg.

Angesagt vom Ruderwart: Rückfahrt über den Teltowkanal! Na prima nur eine Schleuse, für den Zweier ohne Steuermann die einfachere Variante der Rückfahrt durch die vielen geraden Streckenabschnitte, Einkehr bei Astoria. Damit ist eigentlich fast alles gesagt, eine Wiederholung vieler Wiking Sternfahrten vergangener Jahre – und doch immer wieder ein neues Erlebnis, immer wieder neue Eindrücke und wie immer ein gutes Gefühl nach 43 Kilometern wieder am Steg unserer ARG anzulegen.

Bleibt mir nur noch ein kurzes Fazit zu ziehen – ein gelungenes Wochenende, zwölf Bundesbrüder hatten viel Spass auf einer gemeinsamen Tour und bedauern alle, die nicht dabei sein konnten. Und wer das liest und nicht dabei war – auch Anfang Oktober 2004 fahren wir wieder quer durch Berlin zu Wiking – komm doch mit!

Bernd Krüger