Abrudern in der ARG am 11. 11. 2000

Zweigeteilt? Dreigeteilt? Auf jeden Fall aber ein gelungener Tag!

Ein schöner Herbsthimmel lachte an diesem Morgen und bestätigte, dass unsere (Eggi, Manfred, Dieter und ich) Idee doch keine Schnapsidee war. Auch wenn sie zu später Stunde am letzten Mittwoch geboren wurde. Zu heute wurde vom Ausschuss das alljährliche Abrudern angesetzt, sehr viel später im Jahr als sonst. 11. 11. um 11 Uhr 11 = Beginn der Pappnasenzeit 2000/2001. Entschuldigt den respektlosen Ausdruck für der von einigen, meist südwestlich angesiedelten, Bundesbürgern als 5. Jahreszeit bezeichneten Periode der alljährlich von ernsthaften Karnevalisten verordneten närrischen Zeit; der Periode, in der der Zwang besteht, über Witze und Belanglosigkeiten von bunt verkleideten, sonst überwiegend ganz sicher netten und normalen, Menschen zu lachen. Als geborener Berliner findet man  nur durch den offensichtlich erhöhten Alkoholgenuss eine Erklärung für dieses Treiben. Auch durch den Zuzug der vielen Bonner seit Umzug der Bundesregierung von dort zu uns wird wohl am Unverständnis gegenüber diesen Riten sich nicht so viel ändern.

Für uns entbehrte aber dennoch dieser Termin nicht eines gewissen Reizes, vor dem angesetzten offiziellen Start des Abruderns um 14 Uhr zu genau 11 Uhr 11 am 11.11.2000 auf dem Wasser zu sein. Und es klappte auch: 5 Minuten vorher lag das Boot am Steg, ablegen, fertig machen, Wende über Steuerbord und die Havel aufwärts richtete sich unsere Fahrt. Gegen die Strömung (die ja nicht so stark ist) aber mit dem heftigen Wind. Weit kamen wir nicht bis zum angepeilten Termin, gerade mal unter der Freybrücke durch und von mir auf Eins im steuermannslosen Vierer kam das Halt-Kommando. Manfred hatte doch tatsächlich Pfannkuchen mit und für jeden eine Piccolo, die er jetzt verteilte - Beginn der 5. Jahreszeit (siehe oben). Fehlten nur noch die Pappnasen - die überliessen wir anderen.

 

Eine schöne Fahrt lag dann vor uns: den Spandauer Heimatfluss bis zur Mündung der Spree und dann den Berliner Heimatfluss aufwärts bis zur Schleuse Jungfernheide. Ausser wenigen anderen Ruderbooten waren nur Angler zu sehen, am Kraftwerk allerdings eine zeitweilige Sperre der Spree durch manövrierende Frachtkähne, Kohle aus Polen. Ohne irgendwelche Probleme verlief die Fahrt. Trotz einer längeren Pause, in der wir, trotzt des Genusses einer weiteren Flasche Sekt, keine närrische Stimmung spüren konnten, waren wir dann schon kurz nach 13 Uhr wieder zurück im Bootshaus. Eine schöne Fahrt lag da hinter uns, der Wiederholung wert. Sonne
Die Erholungszeit war kurz, bald trudelten die nächsten Ruderkameraden ein. Die traditionell selbstgekochte Suppe traf ein und wurde sogleich bei kleiner Leistung auf dem Herd zum Erwärmen deponiert. Manne, unser Ruderwart, teilte die Mannschaften für die offiziell letzte Ruderfahrt der Saison 2000 ein. Unser Vierer blieb beisammen, bekam aber noch die zusätzliche Aufgabe einen defekten zweier zur Werft zu bringen, auf dem Wasserweg. Also musste Dieter als Schlagmann sich verbiegen und den Zweier am Bug festhalten. Wie immer war es nicht ganz einfach, sich mit dem Zweier und ohne Steuermann in die enge Einfahrt einzufädeln. Der kurze Landtransport war dann nur noch eine Sache von Minuten und die Havel hatte uns wieder. Die Havel und der heftige Wind - und damit auch unangenehme Wellen. Kurz und gut: wir kürzten die angepeilte Fahrtenlänge und drehten den Bug bald wieder in Richtung ARG-Bootshaus.
Tafel Vor die Suppe haben die Rudergötter den Ruderwart mit seinem Rückblick auf die nun vergangene Saison gesetzt. Geduldig liessen wir seine Schilderungen über uns ergehen und nahmen die Urkunden des letztjährigen Winterruderwettbewerbs (so erfüllt) entgegen. Anreiz auch trotzt des jetzt offiziell beendeten Ruderjahres fleissig Kilometer zu schinden. Gut, dass wir in dem Bereich der Havel beheimatet sind, der auch bei strengen Temperaturen unter Null nicht zufriert. Dafür sorgt das Kraftwerk 5 km aufwärts, an dem wir heute bei der ersten Fahrt von den Frachtschiffen aufgehalten wurden.
Für uns vier, die wir bereits gegen 11 Uhr den ersten Teil des heutigen Tages begonnen hatten, war damit auch Teil zwei abgeschlossen. Nahtlos ging es über in den dritten Abschnitt: Feuerzangenbowle war angesetzt. Richtig angenehm bei den doch schon kühleren Temperaturen draussen. Für unseren reinen Männerverein auch die Gelegenheit unsere Frauen in das Vereinsleben einzubeziehen. Gegen Mitternacht verlief sich dann der nette Kreis, nicht ohne die Verabredung zur nächsten Rudertour am nächsten Mitwoch.

Bernd Krüger

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